Beschreibung und Geschichte der Burg Kinsberg (1826)/051

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Beschreibung und Geschichte der Burg Kinsberg (1826)
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Beschreibung Geschichte Burg Kynsberg.djvu
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bereit zu halten die Bevollmächtigten des wallachischen Fürsten zu empfangen. Wundern darf man sich eben nicht, wie der Kaiser darauf verfiel damals dem Hospodar der Wallachai eine schlesische Herrschaft zu schenken, denn etwa Aehnliches, und aus ähnlicher Veranlassung, war früher schon geschehen. 1598 hatte der Kaiser dem Siegismund Bathori, Fürsten von Siebenbürgen, die schlesichen Fürstenthümer Oppeln und Ratibor nebst einem Jahresgehalt von 50000 Rthlr. gegen Siebenbürgen vertauscht, wodurch dem Kaiser ein doppelter Vortheil erwuchs, die gedachten Fürstenthümer wogen lange Siebenbürgen nicht auf, und dann entfernte er einen mächtigen Fürsten, der oft und gern die Parthei der Türken ergriff. Nun wollte und konnte der Kaiser dem Wallachischen Fürsten mit Kynsberg nicht die Wallachai abtauschen, aber wohl ihn durch dieses Geschenk sich seiner versichern, denn der vom Kaiser selbst unter andern verschwiegenen Ursachen angeführte Grund, daß der Fürst auf unsrer Burg sein Weib und Kind sichern wolle, beweise wohl deutlich des Kaisers Absicht, die Familie des Fürsten, als Geiseln für die Treue desselben in Händen halten zu wollen. Die damaligen fortwährenden Kriege Oestreichs mit den Türken, mußten es erstem wünschenswerth machen, die Grenzprovinzen, als Moldau, Wallachai und Siebenbürgen, wenn nicht in eignen Händen, doch in Händen treuer ergebener Fürsten zu wissen, die sichere Vasallen, oder doch Bundesgenossen wären. Unser Michael war