Beschreibung und Geschichte der Burg Kinsberg (1826)/064

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Beschreibung und Geschichte der Burg Kinsberg (1826)
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Beschreibung Geschichte Burg Kynsberg.djvu
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Vater nachfolgten, bis auf die Tochter aus erster Ehe, und ihre eigne, Anna Catharina, geb. den 14. May 1618, denen sie auf ihrer Burg in stiller Einsamkeit die beste Erziehung zu geben sich bemühte. Von der Anna, welche die Erbin der Burg und Güter wurde, sagt mein Manuscript ausdrücklich: “das junge Fräulein wurde nicht erzogen zum Müßiggang, sondern sie lernte mit ihren subtile Händen allerhand, dem Stande nach, gehörige Frauenzimmerverrichtungen, und wurde angehalten zu göttlichen Uebungen, zum lesen christlicher Bücher und der heiligen Schrift.” Unterdeß entzündete die Religionswuth den wilden 30jährigen Krieg, und seine zerstörenden Flammen brachen auch über unser Vaterland herein, und drangen bis in unser stilles Felsenthal. Das nahe Schweidnitz wurde belagert, die Pest verzehrte was das Schwerdt verschont hatte, und unsre Waldveste wurde wieder ein Tummelplatz wilder Leidenschaften, und bald hatten Schweden bald Oestreicher sie im Besitz, denn noch immer wurde sie als Landesveste angesehen, daher auch in dem Hohenzollerschen Kaufbriefen noch der Mannschaften gedacht wird, die der Käufer überkam, eine Art von Garnison aber im unmittelbaren Dienst des Burgherrn, obwohl zum Besten des Landesherrn. Die Mutter und die noch einzig überbliebene Tochter Anna, denn Ursula hatte unterdeß geheirathet, mußten flüchten, und in demselben Jahre als der schwedische Obrist Devour in den Mauern der Veste, den von den Hussiten zurückgelassenen Schatz suchte, von dem